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Adipositas ist ein Zustand, der durch eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper gekennzeichnet ist. Die Adipositas wird heute als eine chronische Gesundheitsstörung verstanden. Sie beruht auf einer polygenetischen Veranlagung, geht mit einer hohen Begleit- und Folgemorbididtät einher und erfordert ein langfristiges Behandlungs- und Betreuungskonzept. Übergewicht und Adipositas sind in der Bevölkerung epidemisch verbreitet. Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen Gewicht abnehmen. Längst ist unbestritten, dass Übergewicht und Adipositas hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursachen. Knapp 5 % aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern werden für die Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet.
Medikamentöse Therapie der Adipositas Sibutramin (Reductil®) Sibutramin zählt zu den Appetitzüglern. Es ist der wirksame Bestandteil des Arzneimittels Reductil® der Firma Abbott und ist in Deutschland seit Anfang 1999 erhältlich. Das verschreibungspflichtige Medikament ist für die Behandlung von Patienten mit ernährungsbedingtem Übergewicht bei einem BMI über 30 kg/m2 oder einem BMI über 27 kg/m2 und zusätzlich vorhandenen Risikofaktoren gedacht.
Sibutramin ist ein Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer. Laut Herstellerangaben verringert Sibutramin die Energieaufnahme, indem er ein Sättigungsgefühl hervorruft und dadurch eine verringerte Nahrungsaufnahme bewirkt. Gleichzeitig steigere Sibutramin den Energieverbrauch durch Thermogenese. Nebenwirkungen sind u. a. Blutdruckerhöhung, erhöhte Herzfrequenz, Übelkeit, Mundtrockenheit, Obstipation.
Quelle: Produktinformation Reductil® Abbott
Orlistat (Xenical®) Das Medikament Xenical® mit dem Wirkstoff Orlistat, eine Entwicklung der Firma Hoffmann-La Roche, ist seit Herbst 1998 auf dem Markt. Das verschreibungspflichtige Medikament ist für die Behandlung von Personen mit einem BMI über 30 kg/m2 oder einem BMI über 28 kg/m2 und mindestens einer mit der Adipositas assoziierten Begleiterkrankung vorgesehen.
Der Wirkstoff, ein Lipasehemmer, verhindert, dass ein Teil der fettverdauenden Enzyme (Lipasen) im Dünndarm arbeiten können. Laut Herstellerangaben sollen dadurch rund 30 % des Nahrungsfettes nicht verdaut, sondern mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Da Nahrungsfett vorrangig zur Energiegewinnung des Körpers dient, wird dem Körper ein Teil der Nahrungsenergie „vorenthalten“. Nebenwirkungen des Medikaments sind u. a. Durchfälle durch den hohen Fettanteil im Stuhl, wenn nicht gleichzeitig eine fettarme Kostform aufgenommen wird. Außerdem verringert sich die Ausnutzung erwünschter Nahrungsinhaltsstoffe wie die der essenziellen fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.
Quelle: Produktinformation Xenical® Roche

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