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Chronisch obstruktive Bronchitis / COPD



Die Stimme der Lunge
Husten ist die Stimme der Lunge - wusste schon Hippokrates vor über 2000 Jahren. Signalisiert der Husten doch, dass in den Atemwegen etwas nicht stimmt. Er ist Symptom für eine Vielzahl vollkommen unterschiedlicher Krankheiten, obwohl er meist „nur“ Anzeichen einer Erkältung ist, kann er auch auf Arzneimittelnebenwirkungen, chronische Bronchitis, Asthma oder sogar Lungenkrebs hinweisen.

 

Chronisch obstruktive Bronchitis / COPD


Eine akute Entzündung der Bronchien, einhergehend mit Erkältung, Husten, vermehrter Schleimproduktion und Auswurf wird als akute Bronchitis bezeichnet. Verursacht durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien verläuft sie bei gesunden Patienten relativ harmlos. Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn der Husten und Auswurf über wenigstens drei Monate in mindestens 2 Folgejahren anhält. Hauptursachen sind dabei das Rauchen und Luftverunreinigungen. Bei einer zusätzlicher Einengung (Obstruktion) der Atemwege spricht man von einer chronisch-obstruktiven Bronchitis. Hierfür wurde in Fachkreisen der englische Überbegriff COPD (chronic obstructive pulmonary disease) geläufig.

 

Ursachen der COPD


Die verschiedenen Formen von Bronchitis werden hauptsächlich durch das Rauchen oder wiederholte Infektionen verursacht. Die Gefährdung steigt mit der Zahl der täglichen Zigaretten. Aber auch das Passivrauchens sollte als Ursache nicht unterschätzt werden. Seltener sind Umweltschadstoffe wie Ozon
und Feinstäube oder berufsbedingte Belastungen (früher Asbest) die Ursache für die chronisch obstruktive Bronchitis. Einige Patienten haben auch eine angeborene Veranlagung für häufig wiederkehrende Infektionen der Atemwege.

Wirken schädliche Substanzen aus der Atemluft über einen längeren Zeitraum auf die Bronchien ein, zerstören diese Reizstoffe die Funktionsfähigkeit der sogenannten Flimmerzellen, die für die Selbstreinigung der Bronchien zuständig sind. Die Bronchien reagieren zunächst neben einer Verengung mit Husten zur Entfernung der eingedrungenen Schadstoffe. Reicht dies nicht mehr aus, kommt es zu verstärkter Schleimbildung und zu einer Verdickung der Schleimhaut.  Im weiteren Verlauf nimmt die Zahl der Flimmerhärchen ab, der vermehrt gebildete Schleim kann nicht mehr abtransportiert werden., was zu einem verstärkten Husten führt. Gehäufte Infekte, schlecht abhustbarer Schleim sowie eine eingeschränkte Lungenfunktion mit Atemnot sind die Folgen.

 

Symptome von COPD


Häufiger Husten in wechselnder Stärke und vermehrter Auswurf zählen zu den typischen Beschwerden der chronischen Bronchitis. Bei einer vorliegenden  Infektionen ist der Auswurf zudem eitrig und trüb gefärbt, verbunden mit einer erhöhten Temperatur, Mattigkeit und Schwitzen. Bei der COPD kommen neben den genannten Krankheitszeichen andauerndes Husten (vor allem morgens) sowie intensiver, schwer abhustbarer Auswurf hinzu. Von Rauchern wird dieses Stadium häufig als Raucherhusten bezeichnet. In einer weiteren Stufe verstärkt sich die Atemnot stetig und wird nun auch bei körperliche Leistung, z.B. Treppensteigen, spürbar. Schließlich tritt ohne Behandlung die Atemnot bereits bei geringen Belastungen oder schon in Ruhe auf sowie wie beim Asthma eine Verkrampfungen der Atemwege. 

 

Zahlen zur COPD


Die chronische Bronchitis zählt neben Herz-Kreislauf, Gelenkproblemen und Leber-Gallen-Leiden zur vierthäufigsten Volkskrankheit. Nach Schätzungen leiden in Deutschland 4 - 8 Millionen Menschen daran oder ca. 5-10 % der Bevölkerung. Die COPD tritt meist im reiferen Lebensalter auf, denn rund ein Drittel aller über 70-jährigen sind betroffen. Vor dem Rentenalter führt sie jährlich bei einer halben Million Patienten zur Arbeitsunfähigkeit.

 

Therapie der COPD


Die Chronisch obstruktive Bronchitis ist derzeit nicht heilbar, die Therapie zielt vor allem auf eine Minderung der Beschwerden. Als chronische Erkrankung muss die COPD dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden. Ebenso wichtig sind aber die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln und begleitender Massnahmen. Bei Rauchern ist der erste Schritt, mit dem Nikotinkonsum sofort aufzuhören. Bereits vorhandene Schäden an den Bronchien bleiben zwar bestehen, ein Fortschreiten der Erkrankung kann aber aufgehalten werden. Nach Abbruch des Rauchens dauert es oft Monate bis sich die Funktion der Schleimhaut regeneriert hat und der Schleim wieder abtransportiert werden kann. Erst dann normalisiert sich auch die Abwehr von Krankheitskeimen.

Die Vermeidung schädigender Einflüsse ist die wichtigste Regel bei der COPD-Therapie. Rauchen als häufigste Ursache führt zu einer dramatischen Verschlechterung der Lungenfunktion. Weiterhin sollte man darauf achten, die Abwehrkräfte durch eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung sowie viel Bewegung in frischer Luft zu steigern. Für Patienten mit COPD empfiehlt
sich die jährliche Grippe-Impfung sowie die Impfung gegen Pneumokokken als Erreger der Lungenentzündung. Daneben gibt es eine Reihe von Behandlungsmassnahmen, die das Atmen erleichtern wie die Atemtherapie. Die dabei angewandten Techniken, wie z.B. die dosierte Lippenbremse, atemerleichternde Torwartstellung oder Dehnlagen können Sie in einer Atemtherapiegruppe erlernen.

Je nach Schweregrad der COPD werden Medikamenten zum inhalieren eingesetzt, die die Bronchien erweitern und entkrampfen und die Atemnot dadurch verringern, sogen. Anticholinergika oder langwirksamen Betamimetika. Dadurch gelangen die Wirkstoffe direkt zu den Bronchien, und müssen nicht erst vom Körper aufgenommen und dorthin transportiert werden.
Bei höheren Schweregraden müssen zusätzlich kortisonhaltige
Medikamente angewendet werden, um die Entzündung der Bronchien zu
behandeln. Kortison ist das derzeit stärkste entzündungshemmende
Medikament, die früher unerwünschten Wirkungen treten bei modernen Anwendungen über ein Inhalationsgerät kaum mehr auf.


Weiterführende Links


http://www.lungenemphysem-copd.de   (Selbsthilfegruppe)
http://atemwegsliga.de/
http://www.copd.com
http://www.copd-aktuell.de/
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de/


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10.02.2012 - 20:36