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Diabetes



Diabetes - die Einstellung ist entscheidend
Jeder zwanzigste Deutsche erkrankt heute an Diabetes mellitus, im Volksmund oft "Zuckerkrankheit" genannt. Damit gehört Diabetes zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Weltweit sind über 100 Millionen Menschen von der Stoffwechselstörung betroffen. Die Tendenz ist steigend: Untersuchungen zufolge soll im Jahr 2000 bereits jeder Zwölfte, 2010 sogar jeder Zehnte ein Diabetiker sein.
Quelle: ABDA

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, die mit einer langanhaltenden Erhöhung des Blutzuckerspiegels einhergeht. Die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig oder gar kein Insulin, deshalb auch die Bezeichnung Zuckerkrankheit.
Die Hormone Insulin und Glukagon sind dafür verantwortlich, dass der Blutzuckerwert in normalen Bereichen bleibt. Sie werden in den B- und den A-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet werden. Diese beiden Hormone senken beziehungsweise steigern den Blutzucker. Steigt der Blutzucker bereits im Nüchternzustand über 120 mg/dl, spricht man von Diabetes.

 

Ursachen der Diabetes
Zucker ist ein wichtiger Energielieferant der Zellen, vor allem für Muskulatur und Gehirn. Bei nicht ausreichender Insulinproduktion steigt der Blutzuckerspiegel an und Glukose (Zucker) wird dann vermehrt über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Deshalb auch die lateinische Bezeichnung Diabetes mellitus, wörtlich: honigsüßer Durchfluss. Beim Diabetes-Typ 1 tritt die Krankheit i.d.R. vor dem 40 Lebensjahr auf, die Insulinproduktion ist hier vollständig erloschen. Der Diabetes-Typ 2 betrifft über 90 Prozent aller Diabetesfälle und tritt vorwiegend ab 50 Jahren auf, deshalb auch als Alterszucker bekannt. Hier besteht ein relativer Insulinmangel, d.h. körpereigenes Insulin wird nicht mehr in der erforderlichen Menge produziert.

 

Symptome bei Diabetes
Die Symptome beim Typ II-Diabetes beginnen schleichend, weshalb die Krankheit oft nur zufällig entdeckt wird. Schlecht heilende Wunden, verstärkter Durst, häufiges Wasserlassen, Infektionsneigung, Juckreiz oder Sehverschlechterungen sind ernste Warnzeichen. Ein Risiko besteht vor allem bei Menschen mit dem sogenannten metabolischen Syndrom: Übergewicht, hoher Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte (Wohlstandssyndrom). Immer häufiger bekommen heute auch übergewichtige Jugendliche bereits einen Typ 2-Diabetes.

Die rechtzeitige Diagnose für Diabetes ist wichtig, da hier eine Reihe von ernsthaften Folgeschäden und Spätkomplikationen bestehen. Sind die Blutzuckerwerte über längere Zeit erhöht, entstehen Schäden an vielen Organen, u.a. Herz, Blutgefäße, Nieren, Augen und Nerven. Herzinfarkt, Schlaganfall, Verschluss der Beinarterien, Nierenversagen, Erblindungen, Impotenz und Amputationen können Folge von Diabetes sein. Ein Beispiel ist der diabetische Fuß mit Sensibilitätsstörungen und gestörtem Berührungsempfinden.


Kleine Verletzungen oder Druckstellen an den Füßen werden in Folge nicht ausreichend behandelt. Hinzu kommen Wundheilungsstörung und chronischen Infektionen, die oft zu Amputationen führen.

 

Therapie der Diabetes
Diabetes ist eine chronische Erkrankung und kann nicht vollständig geheilt werden. Im Anfangsstadium reichten zur Wiederherstellung eines normalen Blutzuckergrenzwert von über 120 mg/dl nüchtern oder über 180 mg/dl nach einer Mahlzeit eine Gewichtsabnahme und verstärkte körperliche Aktivitäten aus. Erst wenn diese Basistherapie nicht mehr wirkt, müssen Tabletten (orale Antidiabetikum) oder in einem späteren Stadium Insulin gegeben werden. Eine gesunde Ernährung bzw. Diät und ausreichend Sport sind deshalb als notwendige Begleittherapie aber auch zur Prävention bei Risikopatienten sinnvoll. Die regelmässige Messung und Einstellung des Blutzuckerspiegels sind für die Therapiewahl und Erfolgskontrolle wichtig.

 

Zahlen zu Diabetes
Nach Schätzungen leiden derzeit in Deutschland ca. 5 Millionen Menschen an Diabetes, bei weiteren zwei Millionen Menschen liegt die Erkrankung vor ohne erkannt zu werden. Als Wohlstandskrankheit lag ihr Anteil in den 60er Jahren bei 0,6 Prozent der Bevölkerung, derzeitige Schätzungen bewegen sich zwischen 5 und 8 Prozent. Diabetes kann heute erfolgreich behandelt werden, ein normales Leben ist möglich, wenn der Patient mithilft und Risikofaktoren beseitigt. Besonders wichtig ist es auf eine gesunde und ausgeglichene Ernährung zu achten. Das Körpergewicht sollte reduziert, Alkoholkonsum vermindert und auf Rauchen verzichtet werden.




 

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11.02.2012 - 18:33