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Fett-Weg-Spritze, Lipostabil

Fett weg mit nur einem Stich – klingt das nicht toll ? Keine simulierte Bergebesteigung auf dem Stepper, keine entbehrungsreichen Diäten oder verzichtsreiche Ernährungs- umstellung. Ein paar Nachmittage beim Arzt oder sogar nur beim Kosmetiker, ein paar Injektionen und die Reiterhosen sind weg. Wir klären Sie gern auf, ob die Fett-weg-Spritze wirklich so einfach funktioniert und was davon seriöserweise zu halten ist.

 

Was ist in der Fett-weg-Spritze?

 

Das verwendete, für die Schönheitsmedizin neu entdeckte, Wundermittel ist das seit 30 Jahren zugelassene Medikament Lipostabil der Firma Nattermann. Der Wirkstoff Phosphatidylcholin ist ein Phospholipid aus Sojabohnen, der in der Lage ist, Fett aufzulösen und wird seit vielen Jahren zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels eingesetzt.

 

Wie fand Lipostabil seinen Einzug in die Schönheitsmedizin ?

 

Die Methode wurde in Brasilien von der Hautärztin Patrícia Rittes angewandt. Dr. Rittes spritzte 30 Patienten das Mittel, um kleine Fettmengen der Augen Unterlid Region zu entfernen. Anhand von Vorher-Nachher-Fotos dokumentierte sie die Wirksamkeit.

 

Gibt es Gefahren bei der Anwendung ?

 

In Deutschland ist die Injektionslösung von Lipostabil ausschließlich für die intravenöse Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von verstopften Blutgefäßen durch Fettpartikel (Fettembolie) zugelassen. Eine Zulassung für eine subcutane Applikation von Lipostabil zur Auflösung von Fettgewebe wurde in Deutschland bisher nicht erteilt.

 

Insbesondere sind es folgende Probleme, die gegen eine Anwendung von Lipostabil als Fett-Weg-Spritze sprechen:

 

Ein Kreis von 30 Personen, bei denen das Medikament zur Fettentfernung angewendet wurde, ist zu klein, um ein aussagefähiges Ergebnis ableiten zu können.
Es fehlt eine Kontrolluntersuchung an vergleichbaren Personen, die mit einem anderen Medikament behandelt wurden. Nur so lässt sich herausfinden, ob wirklich das Medikament an sich wirkt.
Es besteht das Risiko, dass andere umliegende Gewebe mit aufgelöst werden.
Das zersetzte Fettgewebe verbleibt im Körper, der es dann abbauen muss. Im Gegensatz dazu steht die Fettabsaugung, bei der das Fett entfernt wird.
Über Nebenwirkungen und Langzeitergebnisse liegen bisher keine Angaben vor.
Die Resultate wurden nicht in anderen Studien  belegt oder widerlegt.
Es gibt kein offizielles Anwendungsprotokoll. Es gibt nur vage und unsichere Angaben wie viel, wie oft und über welchem Zeitraum gespritzt werden soll.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) nahm in einer Pressemitteilung zu dieser fragwürdigen Methode Stellung: "Die Wirkungsweise der Injektion ist bedenklich: Das Fett wird in einer chemischen Reaktion zersetzt. Im Unterschied zur Fettabsaugung bleibt bei diesem Verfahren das zersetzte Fett im Körper und muss abgebaut werden. Doch bei größeren Mengen kann er den 'Abfall' nicht ausreichend abtransportieren. Das kann zu schlimmen Entzündungen und Zystenbildungen führen. Was wiederum zu hässlichen Knoten und Löchern führen kann."

 

Eine kritische Haltung nimmt auch die amerikanische Gesellschaft für kosmetische Chirurgie (ASAPS) ein. Sie verweist auf das Fehlen klinischer Studien zur Anwendung dieses Medikamentes als Mittel, um lästige Fettpolster zu entfernen.

 

Fazit für Sie:

Viele Experten warnen und dennoch pilgern viele Frauen in die Wartezimmer der Ärzte, die die Fett-weg-Spritze anbieten. Zu verlockend ist für sie die Aussicht auf schnelle Hilfe im Kampf gegen ungeliebte Fettpolster. Aufgrund der ungenügenden wissenschaftlichen Forschungen zum Einsatz von Lipostabil in der Schönheitsmedizin sollte noch einmal dringend von diesem Abenteuer abgeraten werden. Finger weg von der Injektions-Lipolyse.

 

Selbstverständlich kursieren zahlreiche Meldungen, die die Unbedenklichkeit dieser Methode bestätigen.

 

Fettwegspritze: Ungefährlichkeit wissenschaftlich bestätigt

 

Wien (pts, 22. Sep 2004 08:30) - *Deutsche Vereinigung der Plastischen Chirurgen verzichtet darauf, die Verbraucher weiter vor angeblichen Gefahren der Fettwegspritze zu warnen.*

 

Monatelang haben vor allem die Verbände der Plastischen Chirurgen Stimmung gegen die neue sanfte Methode der Fett-Entfernung mit der "Fettwegspritze" gemacht und damit tausende zufriedene Anwender und Interessenten verunsichert. Nun steht fest: der Wirkstoff Phosphatidylcholin hat keinerlei genschädigende oder Mißbildungsfördernde Wirkung auf den Körper.

 

Das Deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme vom 13.8.2004, dass sich in entsprechenden Zulassungsverfahren "keine teratogene oder genotoxischen Effekte" im Wirkstoff zeigen ließen. Auch der Wiener Hormonspezialist Prof. Dr. Huber von der Universitätskinik Wien, der zur Zeit eine umfangreiche Studie über die Wirksamkeit der Fettwegspritze durchführt, bestätigte schriftlich, dass die mehrfach in die Öffentlichkeit getragenen Behauptungen über gefährliche Auswirkungen des Wirkstoffs Phosphatdycholin jeder Grundlage entbehren.

 

Inzwischen hat auch die Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen schriftlich zugesagt, Aussagen über die angebliche Gefährlichkeit der Fettwegspritze nicht mehr mündlich oder schriftlich zu wiederholen. Damit können Interessenten nun angstfrei zu einer Behandlung mit der Fettwegspritze durch einen entsprechend qualifizierten, ausbildeten Arzt gehen - und mehr als 2.000 bereits erfolgreich behandelte Patienten in Deutschland und Österreich werden nicht mehr weiter verunsichert.


Weiterführende Links

Pressemitteilung der DGÄPC
Schönheit & Medizin
SUPER Illu

 
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11.02.2012 - 02:41