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Bereits Anfang Februar fliegen sie schon wieder - die Pollen. Hasel, Erle und Birke sind die ersten. Dann folgen Gräser und ab Juli noch Kräuter und Getreide. Für viele Menschen - in Deutschland jeder vierte - beginnt damit die alljährlich wiederkehrende Leidenszeit.

 

Wie kommt es zu einer Allergie ?

 

Unter Allergie" versteht man eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen eigentlich harmlose Stoffe. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig bekannt, erbliche Veranlagung und Umwelteinflüsse spielen vermutlich eine wichtige Rolle. Nach dem Erstkontakt mit einem Allergieauslöser, dem sog. Allergen", wie z.B. Blüten- und Gräserpollen, Hausstaubmilben oder bestimmte Nahrungsmittel kommt es zunächst zur Sensibilisierung, bei der noch keine Überreaktion auftritt. Erst beim nächsten Kontakt mit derselben Substanz kommt es zur eigentlichen allergischen Reaktion: Im Körper wird verstärkt Histamin aus Mastzellen der Körperabwehr freigesetzt.

Histamin ist eine körpereigene, hormonähnliche Substanz, die vor allem die typischen Allergiesyptome bewirkt.


Welche Symptome können Hinweise auf eine Allergie geben ?

 

Laufende Nase mit wässrigem Ausfluss oder aber auch verstopfte, angeschwollene Nase
Häufiges Niesen
Tränende und juckende Augen
Rötung und Juckreiz der Haut
Atembeschwerden bis hin zu Asthmaanfällen

 

Heuschnupfen

 

Der Heuschnupfen, med. Rhinitis allergica, ist der einsame Spitzenreiter unter den Allergien. Schon viele Kinder und Jugendliche leiden darunter und die Tendenz ist steigend.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Arten von Allergien, wie Hausstauballergie
verschiedene Nahrungsmittelallergien und
sog. „Kreuzallergien". Darunter versteht man die Überempfindlichkeit auf weitere Stoffe, die mit den ursprünglichen Allergenen eine gewisse Ähnlichkeit besitzen. So kann es z.B. bei einer Birkenpollenallergie auch zu allergischen Reaktionen beim Verzehr von Stein- und Kernobst oder Nüssen kommen.

Diagnose

 

Da es in vielen Fällen praktisch unmöglich ist, den allergieauslösenden Substanzen zu entkommen und diese so zu vermeiden, sollte abgeklärt werden, gegen welche Blüten-, Gräser- oder Baumpollen eine Allergie besteht. Sehr oft können es sogar mehrere Stoffe gleichzeitig sein, die die allergischen Reaktionen auslösen.

Verschiedene Hauttests können hier Aufklärung bringen, wie z.B. der Intracutantest, der Pricktest, der Scratch- oder Kratztest u.a. Dabei werden die unterschiedlichen möglichen Allergene mit Hilfe von Testsubstanzen auf oder in die Haut gebracht. Auf Grund der nach einer bestimmten Zeit auftretenden allergischen Reaktionen Rötungen, Schwellungen, Juckreiz oder aber auch keine Reaktion kann man den Substanzen auf die Spur kommen, die die Beschwerden auslösen.

Daneben gibt es die Möglichkeit einer Blutuntersuchung. Mit dieser können die spezifischen Antikörper im Blut bestimmt werden, woduch es möglich wird, die Allergene, gegen die die Antikörper gerichtet sind, zu erkennen.

 

Therapie

 

Mit der Therapie sollte möglichst früh und angemessen begonnen werden, damit sich aus einem Heuschnupfen im Laufe der Jahre kein allergisches Asthma entwickelt.

Da die typischen allergischen Symptome relativ plötzlich nach dem Kontakt mit bestimmten Allergenen auftreten, sind im akuten Stadium Medikamente das Mittel der Wahl. Ein Nachteil der medikamentösen Behandlung ist dabei, daß sie über einen längeren Zeitraum angewendet werden müssen, da der Heuschnupfen solange andauert, wie Allergieauslöser in der Umbebung vorhanden sind.




Antiallergika sind Medikamente, die eingesetzt werden, um den Symptomen einer allergischen Reaktion vorzubeugen

 

Antihistaminika

 

Antihistaminika sind Medikamente, die die Wirkungen des freigesetzten Histamins verhindern und somit die Symptome der akuten Allergie lindern. Sie werden daher unmittelbar vor oder während der allergischen Reaktion eigenommen. Es bieten sich Wirkstoffe der neuen Generation von Antihistaminika an, da sie schnell wirken und nur einmal täglich angewandt werden müssen. Zudem besitzen sie keinen oder nur einen geringen ermüdenden Effekt, wie z.B. Cetirizin (Medikamente Reactine, Zyrtec, u.a.) oder Loratadin (Medikamente Lisino, Lorano, u.a.). Für die Anwendung am Auge oder an der Nase gibt es spezielle Tropfen, bei Reizungen der Haut können verschiedene Salben und Gele verwendet werden.

 

Mastzellstabilisatoren

 

Diese Medikamente werden 2-3 Wochen vor der Heuschnupfenzeit eingenommen und verhindern die Freisetzung der allergieauslösenden Substanzen aus den Mastzellen. Hier hat sich vorallem die Cromoglicinsäure bewährt.

 

Abschwellende Zubereitungen

 

Gegen die laufende Nase und tränenden Augen können abschwellend wirkende Tropfen und Sprays helfen, die eine schnelle Linderung bieten. Wirkstoffe wie das Xylometazolin (Medikamente BALKIS, GELONASAL,  NASAN, OLYNTH, OTRIVEN, u.a) oder verwandte Arzneistoffe werden zum Abschwellen eingesetzt. Nasensprays sollten jedoch nur kurzfristig angewendet werden, da sie sonst die Nasenschleimhäute schädigen können.

 

Glucocorticoide oder „Kortison"

 

„Kortison" gilt in der Allergiebehandlung als das klassische Medikament, es wirkt antiallergisch und entzündungshemmend, aber auch damit sind Allergien nicht heilbar. Jedoch lassen sich die Symptome bei besonders heftigen und schlimmen allergischen Reaktionen lindern. Und auch dann, wenn andere Maßnahmen (noch) nicht zum Erfolg geführt haben, kann eine Glucocorticoid-Behandlung sinnvoll sein. Kortisonpräparate können sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet werden. Äußerlich werden Salben, Cremes und Lotionen auf die Haut aufgetragen, wenn diese allergische Reaktionen aufweist, wie Juckreiz und Nässen. Unter einer kurzzeitigen Glucocorticoid-Behandlung werden in aller Regel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auftreten.

 

Hyposensibilisierung

 

Was kann der Allergiker selbst tun ?

 

Informieren Sie sich mit Hilfe des Pollenflugkalenders und achten Sie auf aktuelle Pollenflugvorhersagen in den verschiedenen Medien
Eine Faustregel ist – auch wenn es noch so schwer fällt – sich so wenig wie möglich im Freien aufzuhalten. An sonnigen, windigen Tagen sollte man Ausflüge meiden.
Unterlassen Sie Radtouren, Laufen, überhaupt Sport in freier Natur
Sie können die Nase mit einer Nasendusche und einer entprechenden Nasenspüllösung ( z.B. isotone Kochsalzlösung ) von Staub und Pollen reinigen
Waschen Sie vor dem zu Bett gehen die Haare
Ziehen Sie Ihre Kleidung nicht in den Schlafräumen aus und schlafen Sie bei geschlossenen Fenstern
Machen Sie Urlaub in allergenarmen Gebieten wie z.B. ans Meer oder ins Hochgebirge über 1500 m

Heuschupfen mit Naturheilkunde heilen



Neturheilkunde kann auch bei Heuschnupfen helfen

 

Das am besten untersuchte pflanzliche Mittel gegen Heuschnupfen ist ein Extrakt aus Blättern der Gewöhnlichen Pestwurz (Petasites hybridus). Drei gut angelegte klinische Studien zeigen, dass dieses "Phyto" die lästigen Symptome deutlich besser lindert als Plazebos. Zwei Studien belegen ferner, dass die Wirksamkeit nicht hinter der von synthetischen Medikamenten zurücksteht.

 

Das getestete Mittel ist unter dem Namen Tesalin bislang nur in der Schweiz zugelassen und zudem verschreibungspflichtig. In Deutschland ist es nur auf Privatrezept über internationale Apotheken erhältlich. Auch zu einigen chinesischen Kräutermixturen und zu einem Brennnessel-Extrakt existieren positive Studien; diese Daten sind aber weniger überzeugend als die für Petasites.

 

Homöopathie ist der vielleicht umstrittendste Bereich der Komplementärmedizin. Skeptikern fällt es schwer, zu glauben, dass diese hochverdünnten Mittel etwas anderes sein könnten als Plazebos. Es gibt jedoch ein Homöopathikum, für dessen Wirksamkeit wissenschaftliche Daten sprechen: Galphimia glauca. Sieben gut angelegte Studien kommen zu dem Ergebnis, dass dieses Mittel die Augen- und Nasen-Symptome bei Heuschnupfen deutlicher reduzieren als Plazebos.


Akkupunktur ist nicht genügend erforscht


Unter den nicht-medikamentösen komplementärmedizinischen Verfahren gegen Heuschnupfen ist die Akupunktur bei weitem am besten untersucht.

Insgesamt sieben kontrollierte klinische Studien stehen hier zur Verfügung. Vier davon zeigen positive Effekte in Bezug auf Prävention der Erkrankung oder Linderung von Symptomen, die drei anderen bestätigen keine solchen Effekte. Für den Forscher bedeutet dies, dass weitere Studien erforderlich sind, um Klarheit zu schaffen. Für den Patienten mag es andeuten, dass Akupunktur in therapieresistenten Fällen vielleicht einen Versuch wert sein könnte.

Mehr bleibt nach Sichtung der vorliegenden Daten von der Vielzahl der angebotenen komplementärmedizinischen Verfahren unter dem Strich nicht übrig. Dafür aber sind die Wirkungen von Petasites und Galphimia nicht nur recht gut belegt, beide sind auch äußerst arm an Nebenwirkungen.




Allergie - Empfehlungen zur Selbstmedikation

 

Antiallergische Augentropfen

 

Antiallergische Nasensprays

 

Kombipackung - Augentropfen Nasenspray

 

Allergie Sprays und Inhalate

 

Antiallergische Tabletten

 

Antiallergische Tropfen und Lösungen

 

Antiallergische Salben und Cremes



 

 

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02.09.2010 - 21:31