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Der Feigenkaktus (Opuntia ficus indica) wird in Mexiko auch "Nopal" genannt. Die Blätter des Feigenkaktus sind bekannt für seine Zucker und Cholesterin senkende Wirkung. Diese Blätter nennen die Mexikaner Nopales oder Nopalitos, wenn sie noch jung und zart sind.
Neben dem hypoglykämischen Effekt (Senkung des Glucosespiegels) bei Diabetikern konnten mexikanische Ärzte auch bei nicht-diabetischen Personen mit Übergewicht eine Abnahme des Körpergewichts und eine Senkung von Cholesterol und Triglyceriden im Blutserum feststellen. Die Patienten hatten während 10 Tagen vor jedem Essen Feigenkaktus-Kapseln zu sich genommen. Manche Ärzte empfehlen daher Nopal-Kapseln auch zur Gewichtsabnahme. Für große Aufmerksamkeit sorgte vor einigen Jahren als der in Paris lebende deutsche Modezar Karl Lagerfeld plötzlich erheblich schlanker geworden war. Unter anderem hatte sein Arzt ihm eine Diät zusammengestellt, bei der ein Nopal-Extrakt angewendet wurde.
Der Feigenkaktus scheint auch ein wirksames Mittel zur Senkung der Magensäure zu sein. Die Pflanze kann daher zur Behandlung von Störungen des Säurehaushalts des Magens genutzt werden, wodurch man bestimmte Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarms vermeiden kann.
Nopal wird blutzuckersenkende Wirkung nachgesagt
In der Gegend um die Pyramiden von Teotihuacan in Mexiko, wo das Opuntien-Anbaugebiet Milpa Alta liegt, tritt Diabetes mellitus äußerst selten auf. Erst relativ spät hat eine Erklärung dafür gefunden. Heute geht man davon aus, dass der hohe Verzehr von Nopales, also den Blättern des Feigenkaktus, innerhalb der indianischen Bevölkerungdafür ursächlich ist.
Die bisher vorliegenden klinischen Untersuchungen mit Diabetes-Patienten bestätigen die antidiabetische Wirkung der Opuntien-Blattsprosse. Was die indianische Bevölkerung der mexikanischen Hochebene also schon lange nutzt, findet seine Bestätigung durch die moderne Medizin. Blutuntersuchungen haben gezeigt, dass durch die Nopal-Blätter die Triglyceride, also die Blutfette, das Cholesterin und der Zuckergehalt im Blut gesenkt wird.
Besonders verdient gemacht um die Erforschung der Wirkungen der Opuntien hat sich eine Ärzte-Gruppe in Mexiko. Frati-Munari und Kollegen untersuchten frische, gekochte, geschälte, frisch gepresste und zu Extrakten verarbeitete Nopalitos. Immer wieder stießen sie auf eine für den Diabetiker interessante Senkung der Serumkonzentrationen von Cholesterol, Triglyceriden und Glucose. Messungen nach zehntägigem Verzehr des Gemüses (3x täglich 100 g) zeigten signifikant niedrigere Werte für alle drei Parameter. Der Effekt war besonders deutlich bei Patienten, die an Diabetes oder Fettleibigkeit litten. Bei gesunden Patienten mit Normalgewicht oder geringem Übergewicht (bis 8%) waren die Ergebnisse teilweise nicht signifikant. Der regelmäßige Verzehr der Blattsprosse kann daher für Patienten mit Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte), Diabetes mellitus oder Fettleibigkeit hilfreich sein.
Was die Ärzte zunächst nur für die indianische Bevölkerung herausfanden, dass nämlich eine überall in der mexikanischen Hochebene wachsende Pflanze Schutz vor sehr vielen Zivilisationskrankheiten bietet, wird mittlerweile weltweit anerkannt und genutzt. Nicht nur wenn teure Arzneimittel bei einem mangelhaft ausgebauten Gesundheitssystem kaum bezahlbar sind, sondern auch dann wenn man natürliche Mittel den synthetischen Präparaten vorzieht, ist der Nopal die ideale Hilfe. Eine Verbesserung der Symptome erfolgt bei Diabetes-Patienten auch nach regelmäßiger Einnahme des Nopal-Saftes. Insulin und Glukose-Werte normalisierten sich, Cholesterol und Triglycerid-Werte konnten gesenkt werden.
Der Saft aus frisch gepressten Nopalitos der Art Opuntia streptacantha zeigte auch an Kaninchen, denen künstlich die Bauchspeicheldrüse entfernte wurde, einen Abfall der Glukosewerte, und zwar bereits in den ersten vier Stunden nach der Einnahme. Die Wissenschaftler vermuten als wirksames Prinzip eine ähnlich hohe Konzentration der Glukose-6-phosphat-Isomerase in O. streptacantha wie sie für O. ficus indica nachgewiesen werden konnte. 

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