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Schilddrüse und Hormone

Die Schilddrüse ist zwar ein kleines Organ im unteren Halsbereich, aber die größte Hormondrüse des Körpers. Sie besteht aus einem rechten und linken Lappen, die durch einen Steg verbunden sind. In Form eines Schmetterling liegt sie wie ein Schild vor der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes. Im Normalfall ist sie von außen nicht zu sehen und kaum zu tasten. Das maximale Volumen der Schilddrüse beträgt bei Frauen 18 ml, bei Männern 25 ml. Wird diese Grösse überschritten, sprechen man von einem Kropf. Die Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel steuern und die für Wachstum und Entwicklung des Körpers von der Geburt über die Pubertät bis zu den Wechseljahren verantwortlich sind. Auch das seelische Gleichgewicht wird durch die hormonelle Regulierung beeinflusst. Schilddrüsenhormone sind Botenstoffe, die über das Blut im Körper verteilt werden und in allen Organen und bei nahezu allen biologischen Prozessen wirken. Sie steuern beispielsweise die Leistung des Gehirns, die Herztätigkeit, die Kreislaufregulation, die Darmtätigkeit und regulieren die Funktion von Nerven und Muskeln.
Symptome einer Schilddrüsenerkrankung
Die Symptome bei einer Schilddrüsenerkrankung sind häufig unspezifisch und zeigen sich bei der Unterfunktion in Müdigkeit, Leistungsminderung, erhöhte Infektanfälligkeit, Kältegefühl, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Gelenkbeschwerden oder langsamen Puls. Die Schilddrüse produziert hier zu wenig Hormone mit der Folge eines verminderten Stoffwechsel. Die Überfunktion der Schilddrüse führt u.a zu den Beschwerden schneller Puls, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Heißhunger, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Muskelschwäche Schweißneigung, Durchfall oder Zittern. Hier produziert die Schilddrüse mehr Hormone, als der Körper braucht mit der Folge eines erhöhten Stoffwechsels. Ausser den funktionellen Störungen Über- oder Unterfunktion sind besonders die krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf bzw. Struma) zu beachten. Dies führt zu einer Vergrößerung des Halsumfangs: wird der Kragenknopf bei gleichbleibenden Gewicht zunehmend enger, so ist dies ein ernst zu nehmender Hinweis. Auch Beschwerden wie Heiserkeit, häufiges Räuspern, Atem- und Schluckbeschwerden können bereits Anzeichen für eine fortgeschrittene Vergrößerung sein. Jodmangel ist die häufigste Ursache eines Kropfes in Deutschland. Darüber hinaus führen Funktionsstörungen der Schilddrüse zu weiteren Krankheitsbildern, wie Fertilitätsstörungen (unerfüllter Kinderwunsch) oder zur Krankheit Morbus Basedow. Diese äußert sich durch hervortretende Augen oder durch Rücken- oder Muskelschmerzen. Auch Knotenbildung in der Schilddrüse sind ein verbreitetes Krankheitsbild. Zahlen zu Schilddrüsenerkrankungen / Jodmangel Schilddrüsenstörungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen, denn mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist davon betroffen. Neuere Studien zeigen, dass bereits jeder 4. Erwachsene Knoten in der Schilddrüse hat und bei den über 45jährigen schon jeder 2. Bundesbürger an der Schilddrüse erkrankt ist. Der Anteil der Frauen und Männer ist dabei fast gleich. Die häufigste Erkrankung ist eine vergrößerte Schilddrüse, der sogen. Kropf . Die Folge: jährlich werden rund 120.000 Patienten an der Schilddrüse operiert und weitere 60.000 mit einer Radiojodtherapie behandelt. Ein besonderes Nord-Süd-Gefälle der Kropfhäufigkeit ist nicht vorhanden, als Jodmangelgebiet gilt die gesamte Bundesrepublik.
Vorbeugung und Früherkennung von Schilddrüsenstörungen
Jodmangel ist auch in vielen Ländern neben Deutschland vorhanden. Eine ausgleichende Ernährung zur ausreichenden Jodversorgung ist wichtig, die relativ einfach zu erreichen ist. Dazu gehören die regelmässige Versorgung mit den wichtigsten Jodlieferanten Milch bzw. Milchprodukte und der Verzehr von Seefisch. Für die Speisenzubereitung ist die Verwendung von Jodsalz angezeigt, mit Fluorid angereichert kann gleichzeitig der Zahnkaries vorgebeugt werden. Auch bei Fertigprodukten oder beim Einkauf von Brot ist darauf zu achten, ob die Speisen mit Jodsalz zubereitet wurden. Nicht immer reichen diese Nahrungsmittel aus, die zusätzliche Einnahme von Jodidtabletten ist deshalb die einfachste Möglichkeit dem Jodmangel zu begegnen. Dies gilt vor allem für schwangere und stillende Frauen, die mit 230 bzw. 260 µg/Tag einen erheblich höheren Jodbedarf als Erwachsene (180-200 µg/Tag) haben. Die regelmässige Schilddrüsenuntersuchen vom Arzt durch Abtasten sowie eine Ultraschall- oder Blutuntersuchung ist anzuraten. Dies gilt gerade bei erste Anzeigen wie Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Probleme beim Zuknöpfen des Kragenknopfes.
Therapie von NHL
Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse müssen die nicht mehr gebildeten Hormone in Form von Tabletten regelmäßig eingenommen werden. Bei dieser Substitutionstherapie wird die Therapie mit niedrigen Dosen begonnen und bis zur sogenannten Erhaltungsdosis gesteigert. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse muss die auslösenden Schilddrüsenkrankheit behandelt werden, z.B. dem Morbus Basedow oder der Schilddrüsenautonomie ("heißer" Knoten). Hier sind neben der medikamentösen Behandlung eine Operation oder eine Radiojodtherapie erforderlich. Beim Struma wird individuell vom Arzt entschieden welche Behandlung zweckmässig ist, die von der Größe und Struktur des Kropfes, von dem Alter des Patienten und von zusätzlichen Erkrankungen abhängen. Bei der medikamentösen Behandlung werden ein Jod- oder ein Schilddrüsenhormon-Präparat oder eine Kombination aus beiden Medikamenten eingesetzt. Eine operative Entfernung der Schilddrüse kann bei sehr großen Kröpfen oder beim Verdacht auf den - sehr seltenen - Schilddrüsenkrebs notwendig werden. Bei älteren Patienten ist die Radiojodtherapie ein schonendes alternatives Verfahren.
Weiterführende Links
www.schilddruese.net www.jodmangel.de www.schilddruese.de www.schilddruese-und-mehr.de

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