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Sommer, Sonne, Sonnenschutz



Sonne ohne Reue
Auf den richtigen Schutz kommt es an
Mit der Sonne ist es wie mit einem Medikament: Auf die richtige Dosis kommt es an. Während ein Mindestmaß unerlässlich ist, kann ein Zuviel zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. Viele nehmen die Warnungen der Wissenschaftler mittlerweile ernst - und greifen auch in unseren gemäßigten Breitengraden zu Sonnenschutzmitteln. Dabei konkurrieren über 900 Produkte um die Gunst des Käufers: Dieser ist aber nicht nur durch die Anzahl, sondern auch den immer umfangreicheren Angaben auf den Tuben und Flaschen verwirrt: Mikropigmente oder Breitbandfilter ist die vor Urlaubsbeginn zu lösende Frage.
Quelle: ABDA

Sonnenschutzmittel – Allgemeines, Wirkungsweise und sinnvolle Anwendung

 

Die verschiedenen Wellenlängenbereiche des Sonnenlichtes umfassen ein breites Spektrum, ausgehend von der Infrarot-Strahlung über das sichtbare Licht bis hin zur Ultraviolett-Strahlung. Für die Haut können vor allem die ultravioletten Strahlen der Sonne gefährlich werden.

Die Ultraviolett-B-Strahlung ( UV-B ) wird von der Haut sehr stark absorbiert und dringt nur bis zur Basalzellschicht der Epidermis vor. Sie ist zur Bildung von Vitamin D und zur Hautbräunung durch verzögerte Pigmentierung erforderlich; bei zu starker Sonnenexposition ist sie im wesentlichen für den Sonnenbrand verantwortlich. Und auch an der lichtbedingten Alterung sowie Krebserkrankungen der Haut ist vorwiegend UV-B beteiligt.
Die Ultraviolett-A-Strahlung ( UV-A ) hingegen gelangt mühelos in die darunter liegende Lederhaut, da sie von der Epidermis so gut wie nicht absorbiert wird. Sie führt sowohl zu einer Sofort- als auch zu einer verzögerten Pigmentierung, beschleunigt die Hautalterung und verursacht häufig lichtabhängige Dermatosen.

 

Eigenschutz der Haut
Die Haut ist den schädlichen Einflüssen des Sonnenlichts nicht völlig schutzlos ausgesetzt. Durch Pigmentierung der Basalzellen mit Melanin verstärkt sie die Absorption der Strahlung. Zudem verdickt sie durch die vermehrte Teilung der Basalzellen die Hornschicht und bildet eine Lichtschwiele. Insgesamt sind die Schutzmöglichkeiten der Haut aber relativ begrenzt und teilweise völlig unzureichend, insbesondere bei Europäern.

 

In Bezug auf die Sonnenempfindlichkeit werden grundsätzlich vier Hauttypen unterschieden:

Typ I

auffallend helle Haut, viele Sommersprossen, das Haar ist häufig rötlich.
Die Haut wird nicht richtig braun, infolgedessen kommt es sehr oft zum Sonnenbrand. Der Eigenschutz der Haut gegenüber Sonnenstrahlen beträgt 10 Minuten.

Typ II

etwas dunklere Haut, Sommersprossen eher selten, Haarfarbe blond oder braun.
Bräunung erfolgt kaum, dafür kommt es oft zum Sonnenbrand. Der Eigenschutz der Haut liegt bei 15 Minuten.

Typ III

hellbraunen Teint, Haarfarbe meist dunkelblond oder braun.
Dieser Hauttyp wird relativ schnell braun, ein Sonnenbrand tritt selten auf. Die Eigenschutzzeit beträgt 20 Minuten.

Typ IV

die Haut ist von vornherein braun, die Haare sind braun oder schwarz.
Die Bräunung verläuft schnell und tief, es kommt so gut wie nie zu einem Sonnenbrand. Die Eigenschutzzeit der Haut liegt bei 30 Minuten.

 

Eigenschaften von Sonnenschutzmitteln
Seit mehr als 60 Jahren sind Sonnenschutzmittel auf dem Markt erhältlich. Sicherheit und Wirksamkeit dieser Produkte sind abhängig von der Art und Menge der Wirkstoffe und dem Typ der Formulierung.
Sonnenschutzmittel wirken durch chemischen und/oder physikalischen Sonnenschutz . Wie andere Kosmetika können sie zusätzlich oft Duftstoffe, Konservierungsmittel, Antioxidanzien, Emulgatoren u.a. enthalten.

 

Ein gutes Sonnenschutzmittel muss

  • vor UV-B- und UV-A-Strahlung gleichermaßen schützen
  • toxikologisch unbedenklich sein
  • gut hautverträglich sein
  • so beschaffen sein, dass es die Haut nicht durchdringt
  • photostabil, chemisch stabil, hitzeresistent und wasserfest sein.

 

Physikalischer Sonnenschutz – Pigmente


Mit anorganischen Mikropigmenten lässt sich ein effektiver Lichtschutz auf physikalischer Ebene erzielen. Pigmente reflektieren, streuen, brechen und absorbieren das UV-Licht. Dabei hängt der Effekt sowohl von ihrer Partikelgröße (üblich von 10 bis <30 nm) als auch von der Wellenlänge der Strahlung ab. Zu den wichtigsten verwendeten Mikropigmenten zählen Titandioxid und Zinkoxid.

Die Vorteile dieser Pigmente liegen darin, dass sie ein breites Wirkspektrum im UV-A- und im UV-B-Bereich besitzen. Dass sie unlöslich sind und daher die Haut so gut wie nicht durchdringen können. Mit allergischen oder entzündlichen Reaktionen muss nicht gerechnet werden.
Ein sicherer Lichtschutz mit Pigmenten allein ist nur zu erreichen, wenn das pigmenthaltige Sonnenschutzmittel in ausreichender Dosierung aufgetragen wird. Häufig werden Pigmente vielmehr mit chemischen Filtersubstanzen kombiniert.

 

Chemischer Sonnenschutz – Chemische Filtersubstanzen

Chemische UV-Filtersubstanzen sind organische Verbindungen mit einer chromophoren Struktur, die die UV-Strahlung jeweils in einem bestimmten Teilbereich absorbieren und in harmlose infrarote Wärmestrahlung umwandeln. Zurzeit sind in der EU 25 chemischen Filtersubstanzen zur Verwendung in Sonnenschutzmitteln zugelassen. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Absorptionsspektrums. Wasserlöslichkeit, toxikologische Eigenschaften, Photostabilität, photosensibilisierende Eigenschaften und allergenes Potenzial sind weitere für ihre Verwendung entscheidende Merkmale.

An chemischen UV-Filtern absorbieren:

  • im UV-B-Bereich

z.B. Octocrylene, 4-Methylbenzylidene Camphor, Ethylhexyl Triazone

  • im UV-A-Bereich

z.B. Butyl-Methoxy-Dibenzoylmethane (BMDBM), Terephthalidene Dicamphor Sulfonic Acid (TDS)

  • UV-A/UV-B-Breitbandfilter

z.B. Drometrizole Trisiloxane, Methylene Bis-Benzotriazol Tetramethylbutylphenol

Durch Ausnutzung der unterschiedlichen und synergistischen Effekte von verschiedenen Substanzen können die Konzentrationen der einzelnen chemischen Filter herabgesetzt werden. Dies ist wünschenswert, da die Auslösung von Allergien und Photosensibilisierung durch UV-absorbierende Substanzen unter anderem von deren Konzentration im Präparat abhängt.

 

Lichtschutzfaktor
Der Lichtschutzfaktor (LSF oder engl. SPF=sun protection factor) auf Sonnenschutzprodukten macht nur zum Schutz vor UV-B-Strahlen genaue Angaben. Er wird in den Ländern der EU übereinstimmend nach der SPF Test Method gemessen. Dabei ergibt sich der Lichtschutzfaktor aus dem Quotienten der Strahlendosis, die auf der geschützten Haut eine minimale Rötung erzeugt zu jener Strahlenmenge, die das gleiche auf uneingecremter Haut bewirkt. Der LSF sagt somit aus, um wie viel länger man mit einem Sonnenschutzmittel in der Sonne bleiben darf, bevor Sonnenbrand ( Erythem ) entsteht.


Jedoch anders als bei der UV-B-Protektion existiert zur Bestimmung des UV-A-Schutzes bisher noch keine wissenschaftlich akzeptierte Methode, die allgemein anerkannt ist. Als genormtes Verfahren gilt derzeit die in-vitro-Messung nach Australischem Standard. Bei diesem Test wird ermittelt, wie viel Strahlung ein mit Sonnenschutzmittel in bestimmter Dicke bestrichenes Quarzplättchen zurückhält. Bei mehr als 90% UV-A-Absorption ist der Standard erfüllt. Demnach bleibt auch bei hohem Lichtschutzfaktor der UV-A-Schutz auf gleichem Niveau und eine verhältnismäßig hohe Dosis an UV-A-Strahlung kann auf die Haut wirken.


Vielzahl an Zubereitungen

Entsprechend den vielen unterschiedlichen Bedürfnissen und Anforderungen an Sonnenschutzmittel stehen zahlreiche verschiedene Zubereitungen mit jeweils individuellen Eigenschaften und Vorteilen zur Verfügung.

  • Wässrige Hydrogele/Hydrodispersionsgele

Empfehlenswert bei Allergikern, Mallorca-Akne, fetter Haut.

  • Milch/Lotionen

Emulsionen, die wenig Fett und viel Wasser enthalten; lassen sich gut auftragen, hautpflegend.

  • Cremes

Fetthaltiger und fester als Lotionen; haften gut, geeignet für kleinflächiges Auftragen wie Gesicht und Dekollete.

  • Sprays

Leichte Handhabung, z. B. zum Einsprühen schwerzugänglicher Stellen wie Rücken.

sowie

  • After-Sun-Präparate

am besten mit dem in Cyanobakterien vorkommenden DNA-Reparatur-Enzym Photolyase, zur Unterstützung des hauteigenen Reparatursystems


Eincremen – aber richtig
2 mg pro quadratzentimeter der Körperoberfläche- soviel Sonnenschutzcreme müssen auf die Haut aufgetragen werden, damit der vom Hersteller ausgewiesene Lichtschutzfaktor auch tatsächlich erzielt wird. Um dieses auch wirklich zu erreichen, ist es hilfreich sich der so genannten "9-Regel" zu bedienen. Danach wird der Körper in elf Zonen unterteilt, die jeweils neun Prozent der Hautoberfläche umfassen:

1. Kopf und Nacken
2. linker Arm
3. rechter Arm
4. oberer Rücken
5. unterer Rücken
6. Brustbereich
7. Bauchregion
8. linker Oberschenkel
9. rechter Oberschenkel
10. linker Unterschenkel und Fuß
11. rechter Unterschenkel und Fuß

Jede dieser Zonen sollte mit der gleichen Menge an Sonnenschutzmittel versorgt werden.

Dabei ist ein einfaches Maß hilfreich: Auf die gesamte Länge von Zeige- und Mittelfinger einer Hand wird das Sonnenschutzmittel gegeben und jedes der oben genannten Körperteile nacheinander eingecremt.





Haltbarkeits-Symbol
Haltbarkeitsdauer: Angabe in Monaten (M) und/oder Jahren (J) direkt neben dem Symbol

Haltbarkeit von Sonnenschutzmitteln
Für Sonnenschutzmittel sowie für Kosmetika im allgemeinen gilt, dass bei einer Haltbarkeit von weniger als 30 Monaten ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben sein muß. Die meisten Produkte sind jedoch in ungeöffnetem Zustand länger als 30 Monate haltbar und sind daher bisher frei von einer solchen Kennzeichnungsverpflichtung.
Seit einiger Zeit gibt es zusätzlich ein neues Symbol in Form eines geöffneten Cremetopfes, neben dem in Monaten und/oder Jahren die Verwendungsdauer  angegeben ist. Aufgrund dessen kann man nun auch erfahren, wie lange ein Sonnenschutzmittel nach dem Öffnen noch verwendet werden kann.


Die 10 Sonnenregeln

 

Regel 1

Meiden Sie die Sonne in der Mittagszeit.


Regel 2

Geben Sie Ihrer Haut Zeit, sich an die Sonne zu gewöhnen. Bleiben Sie in den ersten Tagen lieber im Schatten.


Regel 3

Tragen Sie in der Sonne immer sonnendichte Kleidung. Und auf jeden Fall eine Kopfbedeckung.


Regel 4

Cremen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit Sonnenschutzmittel ein. Mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad.


Regel 5

Erneuern Sie Ihren Sonnenschutz mehrmals am Tag. Aber Achtung: Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung.


Regel 6

Verwenden Sie beim Baden nur wasserfeste Sonnencreme. Und cremen Sie sich nach dem Abtrocknen nochmals ein

 

Regel 7

Achten Sie bei Medikamenten auf Nebenwirkungen in der Sonne. Fragen Sie sicherheitshalber Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Regel 8

Verzichten Sie in der Sonne auf Parfüms oder Deos. So vermeiden Sie unschöne Pigmentflecken.

 

Regel 9

Gehen Sie mit Kindern in den ersten Jahren grundsätzlich nicht an die Sonne. Und später nur mit sonnendichter Kleidung und hohem Lichtschutzfaktor.

 

Regel 10

Bräunen Sie Ihre Haut besser nicht im Solarium vor. Zuviel UV-Strahlung schadet der Haut und lässt sie schneller altern.




weiterführende Informationen




Nachlesen zum Download

Kinderflyer_-_mit_heiler_Haut_durch_den_Sommer.pdf
Hauttypen-Kinder.pdf

fachliche Beratung:

Apothekerin Katrin Kistner


 


Hier können Sie Sonnenschutz Produkte der Marken Ladival, Vichy, Daylong günstig und bequem online bestellen.







Die tägliche Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes für den UV-Index


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10.02.2012 - 20:59