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Vogelgrippe erreicht Deutschland

Einschätzung der aktuellen Situation der Vogelgrippe / Geflügelpest (aviäre Influenza)

 

In Deutschland ist nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erstmals das Vogelgrippevirus (hochpathogenes aviäres Influenza A/H5N1) nachgewiesen worden, bei zwei verendeten Schwänen auf Rügen. Kurz zuvor war H5N1 ebenfalls bei einigen Schwänen in Italien, Griechenland und möglicherweise in Slowenien und Österreich nachgewiesen worden, die ersten Fälle der Tierkrankheit in der Europäischen Union. In Ländern nahe der Europäischen Union ist der für Geflügel hochansteckende Erreger allerdings schon mehrfach nachgewiesen worden, insbesondere in Rumänien und der Türkei (in der Türkei gab es die bislang einzigen Erkrankungen bei Menschen außerhalb Asiens). Anfang Februar 2006 haben auch die Behörden von Nigeria der Welttiergesundheitsorganisation den Ausbruch der Vogelgrippe in Geflügelbeständen gemeldet, der erste Ausbruch von hochpathogenem H5N1 in Afrika (www.oie.int). Die Geflügelpest hat sich seit Ende 2003 in Asien massiv ausgebreitet. Die Proben aus Rügen waren im Friedrich-Loeffler-Institut / Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit untersucht worden, derzeit läuft eine Bestätigungsuntersuchung im europäischen Referenzlabor in Großbritannien.

Menschen können sich sehr selten und normalerweise nur nach engem Kontakt zu infiziertem Geflügel anstecken. Bürger sollten verendete Wildvögel aber schon aus hygienischen Gründen nicht anfassen. Informationen für Ärzte zum Vorgehen bei Verdacht auf Vogelgrippe sind bereits seit längerem auf den Vogelgrippe-Seiten des Robert Koch-Instituts abrufbar. Informationen zu Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus in Deutschland und zur Tierkrankheit sind beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu finden, ebenso Friedrich-Loeffler-Institut / Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Die Risikoeinschätzung für die Entstehung eines neuen Influenzavirus, das eine weltweite Grippewelle (Pandemie) auslösen kann, ändert sich durch das aktuelle Geschehen nicht grundlegend. Dies wäre nur der Fall, wenn der Erreger die Fähigkeit erlangt, sich effizient von Mensch zu Mensch auszubreiten (weitere Informationen des Robert Koch-Instituts zur Vogelgrippe, unter anderem Antworten auf häufig gestellte Fragen, sind abrufbar unter www.rki.de > Infektionskrankheiten von A Z > Vogelgrippe). Allerdings wird das Risiko einer Pandemie maßgeblich davon beeinflusst, wie weit ein Virus verbreitet ist, das das Potential für eine weitere Anpassung an den Menschen und damit der Entstehung eines neuen Pandemievirus besitzt. Insofern bedeutet jeder neue Fund des Erregers und jeder Ausbruch bei Geflügel eine gewisse Erhöhung des Risikos.

Das Robert Koch-Institut weist ebenso wie die Welttiergesundheitsorganisation darauf hin, dass das Pandemierisiko derzeit so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht (siehe Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Influenzapandemieplan). Die effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch ist H5N1 bislang noch nicht gelungen. Das Virus könne aber durch ständige Änderungen seines Erbguts oder schlagartig durch den Austausch ganzer Gene mit humanen Influenzaviren die Fähigkeit erlangen, effektiver als bisher Menschen zu infizieren und vor allem effizient von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Ein solcher Erbgutaustausch könnte in einem Menschen geschehen, der gleichzeitig infiziert ist mit einem Vogelgrippevirus und einem an den Menschen bereits angepassten, jeden Winter zirkulierenden, Grippevirus. Daher bedeutet jeder neue Vogelgrippefall beim Menschen ein gewisses Risiko, falls gleichzeitig die "üblichen" Grippeviren zirkulieren.

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, die gemeinsamen Vorbereitungen auf eine Pandemie auf nationaler und internationaler Ebene weiter rasch voranzubringen (Informationen zur Pandemieplanung, darunter Antworten auf häufig gestellte Fragen, sind abrufbar unter

www.rki.de > Infektionskrankheiten A - Z > Influenza


Was ist die Vogelgrippe?

 

Auch: Geflügelpest, Aviäre Influenza A/H5(N1), Avian Flu, Highly Pathogenic Avian Influenza HPAI

 

Das Wort Vogelgrippe" ist eher in der Umgangssprache gebräuchlich und bezeichnet eine Erkrankung des Geflügels durch Vogel-Influenzaviren. Seitdem in den letzten Jahren aber beobachtet wurde, dass die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren auch Erkrankungen bei Menschen hervorrufen, werden auch menschliche Erkrankungen durch diese Viren als Vogelgrippe bezeichnet. Menschen können in aller Regel nur sehr schwer durch Vogel-Influenzaviren infiziert werden. Diese direkte Übertragung von Vogel-Influenzaviren von Vögeln oder Geflügel auf den Menschen ist erst seit 1997 eindeutig belegt, wurde jedoch schon früher vermutet. Die Vögel scheiden das Virus mit dem Kot aus, so dass die Inhalation kontaminierter Staubpartikel oder mangelnde Händehygiene vermutlich die hauptsächlichen Übertragungswege darstellen. Seit Ende 2003 wurde aus Südostasien berichtet, dass mehrere Personen an schweren Atemwegserkrankungen leiden bzw. sogar daran verstorben sind, bei denen Vogel-Influenzaviren nachgewiesen wurden.

 

 

Wie unterscheiden sich die Influenzaviren, von denen momentan in Asien und Russland die Rede ist, von den normalen" Influenzaviren?

 

Das Vogel-Influenzavirus, das momentan in Südostasien und Russland bei Geflügel identifiziert wurde, ist ein Influenza A-Virus vom Subtyp H5N1. Die normalerweise" vorkommenden und in der menschlichen Bevölkerung zirkulierenden Influenzaviren sind entweder vom Typ A, Subtyp H1N1 oder Subtyp H3N2, oder Influenza B-Viren. Bei Influenza B-Viren werden keine Subtypen unterschieden. Es handelt sich also um ein Virus, das bisher nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkulierte.

 

 

In welchem Zusammenhang stehen die menschlichen Fälle durch Vogel-Influenzaviren mit der Geflügelpest?

 

Sowohl bei den verendeten Hühnern, als auch bei den erkrankten Personen wurden Influenza A-Viren vom Subtyp H5N1 identifiziert. Die meisten an der Vogelgrippe erkrankten Personen hatten im Vorfeld Kontakt zu Geflügel, das an der Geflügelpest erkrankt oder verstorben war. Inzwischen gibt es jedoch zunehmend Hinweise darauf, dass infiziertes Geflügel (besonders Enten) keine Krankheitssymptome entwickelt und daher die Infektion auch von gesund wirkenden Tieren ausgehen kann. Erkrankungsfälle beim Menschen gibt es aber bisher ausschließlich in Regionen, in denen die Infektion mit Vogel-Influenzaviren bei Tieren vorkommt.

 

Ist die derzeit in Asien auftretende Vogelgrippe für uns in Deutschland gefährlich?

 

Die in Asien auftretenden Vogel-Influenzaviren könnten für Deutschland in folgender Weise bedeutsam werden:

Einheimisches Geflügel könnte z.B. durch Zugvögel infiziert werden, die die Viren in sich tragen, ohne daran zu erkranken. Momentan gibt es keine Hinweise darauf, dass dies der Fall ist, allerdings wird eine Ausweitung der Länder und Gebiete beobachtet, in denen Ausbrüche von Vogelgrippe bei Vögeln auftreten.

Erkrankungen beim Menschen in Deutschland sind prinzipiell auf mehreren Wegen möglich:

Eine Person, die in ein Land reist, in denen unter Vögeln oder Geflügel Ausbrüche mit Vogel-Influenzaviren vorkommen, infiziert sich dort und kehrt erkrankt zurück.
Wenn sich auch Vögel oder Geflügel in Deutschland mit Vogel-Influenzaviren infizieren, ist eine direkte Übertragung auf Menschen möglich, die engen Kontakt mit diesen Tieren haben. Momentan gibt es jedoch noch keine Hinweise auf Infektionen bei einheimischen Vögeln oder Geflügel mit Vogelgrippeviren, die für den Menschen eine Gefahr darstellen.
Mensch zu Mensch-Übertragungen, z.B. durch einreisende erkrankte Personen aus dem Ausland, sind nahezu ausgeschlossen, da diese Personen im allgemeinen schwer erkranken, also nicht reisefähig sind, und Mensch zu Mensch-Übertragungen außerdem noch nicht nachgewiesen wurden, wenn sie auch in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden konnten.

 

Welches Krankheitsbild weisen Menschen auf, die an aviärer Influenza (Vogelgrippe) erkranken?

 

Die ersten Symptome treten in der Regel zwei bis fünf, evtl. bis zu 14 Tagen nach Infektion auf. Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch schwere grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Husten, Atemnot und Halsschmerzen. In etwa der Hälfte der Fälle kommt es auch zu Durchfall, seltener auch zu Bauchschmerzen und Erbrechen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickelt sich meist eine Lungenentzündung, die dann häufig zu einem Lungenversagen und Tod führt. Etwa die Hälfte aller menschlichen Fälle mit Vogelgrippe verstarben an ihrer Erkrankung.

 

Können Vogel-Influenzaviren auch von Mensch zu Mensch übertragen werden ?

 

Nach bisherigen Erfahrungen werden Vogel-Influenzaviren, wenn überhaupt, nicht effektiv von Mensch zu Mensch übertragen. Es gibt einen Fall in Thailand und zwei Fälle in Vietnam bei denen eine Mensch zu Mensch-Übertragung nicht ausgeschlossen werden kann. Bei diesen Fällen bestand ein sehr enger Kontakt zwischen einem später erkrankten pflegenden Familienmitglied und dem primär Erkrankten. Generell gilt, dass der für das Anheften an die Zellen des Wirtes notwendige Anteil des Virus nicht gut an menschliche Zellen angepasst ist. Es besteht aber die Gefahr, dass die Viren durch genetische Veränderungen die Fähigkeit erlangen, sich gut an menschliche Zellen anzuheften. Durch diese Änderung könnte eine effektive Übertragung von Mensch zu Mensch möglich werden und zu einer großflächigen, weltumspannenden Epidemie unter Menschen (einer so genannten Pandemie) führen. Genetische Änderungen können durch eine "Mischung" des viralen Erbgutes zustande kommen, wenn sich Menschen oder Schweine (Schweine können durch menschliche Influenzaviren infiziert werden) mit normalerweise zirkulierenden (menschlichen) Influenzaviren und Vogel-Influenzaviren gleichzeitig infizieren. Es kann aber auch durch Mutationen zu einer schrittweisen Veränderung der Vogel-Influenzaviren kommen, die zu einer besseren Übertragbarkeit auf und zwischen Menschen führen könnte. Ob das Virus bei diesen Veränderungen seine krankmachende Wirkung behält, kann niemand vorhersagen.

 

Wie häufig hat es in der Vergangenheit schon Fälle von Erkrankungen beim Menschen gegeben, die durch Vogel-Influenzaviren hervorgerufen wurden?

 

Seit 1997 wurden Übertragungen von Vogel-Influenzaviren auf den Menschen nachgewiesen:

1997 in Hongkong durch ein A/H5N1-Virus; es gab 18 Erkrankte und 6 Tote; fast alle Fälle traten während einer Geflügelpest im November/Dezember 1997 auf
1999 in Hongkong durch ein A/H9N2-Virus; es gab 2 leichter Erkrankte; eine begleitende Geflügelpest wurde nicht beobachtet
2003 in den Niederlanden durch ein A/H7N7-Virus; es gab 83 Erkrankte und 1 Toten; die Fälle traten während einer Geflügelpest im Frühjahr auf
2003 in China durch ein A/H5N1-Virus; es gab 2 Erkrankte und 1 Toten; eine begleitende Geflügelpest wurde nicht beobachtet
2003 in Hongkong 1 laborbestätigte Erkrankung durch A/H9N2 bei einem 5-jährigen Kind

 

Seit Ende 2003 in Südostasien drei Erkrankungswellen:

12/2003 – 3/2004 in Thailand und Vietnam: 35 laborbestätigte Erkrankungen durch A/H5N1, davon 24 Todesfälle
7/2004 – 10/2004 in Thailand und Vietnam: 9 laborbestätigte Erkrankungen durch A/H5N1, davon 8 Todesfälle
12/2004 – heute in Vietnam, Kambodscha und Indonesien 68 laborbestätigte Erkrankungen durch A/H5N1, davon 25 Todesfälle

aktuelle Daten unter:

http://www.who.int/csr/disease/avian_influenza/en/

 

Was wird getan, um die Ausbreitung der Geflügelpest und die mögliche Übertragung von Vogel-Influenzaviren auf den Menschen zu stoppen?

 

Bei dem Ausbruch in Hongkong im Jahr 1997 wurden mehr als 1 Million Hühner und anderes Geflügel getötet, um das Reservoir dieser H5N1-Viren zu eliminieren. Danach gab es dort keine weiteren menschlichen Fälle von Vogelgrippe mit diesem Subtyp. Auch bei dem Ausbruch der Geflügelpest in den Niederlanden und Belgien im Jahr 2003 wurden die Tiere der betroffenen Farmen getötet. Auch jetzt kooperieren die Regierungen der betroffenen Länder mit der Welternährungs- und Landwirtschaftsbehörde (FAO), der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um durch Geflügeltötungen und andere Maßnahmen weitere Übertragungen auf den Menschen zu verhindern. Da H5N1 inzwischen aber in Wildvögeln und Hausgeflügel endemisch ist, könnte das Virus trotz massiver Tötungen von Geflügel immer wieder zurückkommen. Im Frühjahr 2005 forderten FAO und OIE daher, zukünftig aus ethischen, ökologischen und ökonomischen Gründen von einer Massenkeulung von Geflügel abzusehen und Tierimpfstoffe einzusetzen. Sie schützen vor klinischer Erkrankung und Tod, verhindern aber nicht die Infektion mit Wildvirus und dessen Ausscheidung.

 

Können Geflügelfleisch und Eier weiterhin unbedenklich verzehrt werden?

 

In Deutschland und den anderen EU-Staaten wurde zum Schutz der Verbraucher vorsorglich der Import von Geflügel, Geflügelfleisch, Geflügelfleischerzeugnissen (sofern nicht durcherhitzt) und Eiern aus den betroffenen Staaten verboten. Das Risiko einer Infektion des Menschen über Lebensmittel in den betroffenen Regionen wird als wesentlich geringer eingeschätzt als durch direkten Kontakt mit erkranktem Geflügel. Bei ausreichend erhitzten Lebensmitteln wird das Virus abgetötet. Beim Umgang mit rohen und gefrorenem Hühnerfleisch sollten die allgemeinen Hygienerichtlinien eingehalten werden.

 

Geht von Tierprodukten (Federn, Daunen) aus Südostasien, Russland eine Gefahr aus?

 

Tierprodukte wie Federn oder Daunen dürfen in Deutschland und den anderen EU-Staaten nur dann importiert werden, wenn eine Bescheinigung über eine ordnungsgemäße Reinigung zur Abtötung möglicher Erreger vorliegt.

 

Was ist zu beachten, wenn man in Länder reist, in denen die Geflügelpest auftritt?

 

Generell bietet das Auswärtige Amt Informationen über relevante medizinische Risiken im Ausland auf seinen Internetseiten an.

Auch auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft und des Friedrich-Löffler-Instituts, Bundesinstitut für Tiergesundheit sind Informationen zur Geflügelpest zu finden. Nach gegenwärtigem Informationsstand besteht bei Geflügelpest ein Ansteckungsrisiko für Menschen insbesondere bei sehr engem Kontakt zu erkranktem Geflügel. Der Erreger wird vor allem über Kot und Sekrete dieser Tiere übertragen. Ein enger Kontakt mit Tieren, die potenziell erkrankt sein könnten, sollte daher vermieden werden. Insbesondere sollte auf den Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten verzichtet werden. Internationale Flugreisende sollten darüber informiert sein, dass auch kleine Mengen von Geflügelfleisch und Geflügelerzeugnissen grundsätzlich nicht eingeführt werden dürfen.

 

Könnten wir Erkrankungen, die durch Vogel-Influenzaviren hervorgerufen wurden, in Deutschland überhaupt diagnostizieren?

 

Ja, das Nationale Referenzzentrum für Influenza hat etablierte Testverfahren, mit denen auch Vogel-Influenzaviren vom Subtyp H5N1 zuverlässig und innerhalb weniger Stunden nach Eingang der Probe mit einem Real-Time-PCR-Verfahren nachgewiesen werden können. Als Material zur Testung eignet sich, wie sonst bei Influenza-Erkrankungen auch, ein Rachen- oder Nasenabstrich.

 

Kann man sich gegen die Vogel-Influenzaviren impfen lassen?

 

Es gibt in Deutschland derzeit keinen Impfstoff für Menschen, der gegen diese Viren zugelassen ist. Sollte es zu einer gesicherten Mensch zu Mensch-Übertragung durch Vogel-Influenzaviren kommen, so wird die WHO Empfehlungen zur Impfstoffherstellung aussprechen. Durch eine Impfung mit dem verfügbaren und für die aktuelle Saison angepassten Influenza-Impfstoff ist man zwar nicht vor einer H5N1-Infektion geschützt, aber eine solche Schutzimpfung kann bei entsprechender Symptomatik und Krankengeschichte die Diagnostik erleichtern. Da eine gleichzeitige Infektion mit den derzeit zirkulierenden menschlichen Influenzaviren und dem Vogelgrippevirus A/H5N1 jedoch die Gefahr einer Neukombination beider Viren birgt und damit das Risiko der Entstehung eines von Mensch-zu-Mensch übertragbaren Virus entsteht, kann für Personen, die in den betroffenen Regionen Kontakt zu Geflügel haben könnten, eine Influenza-Schutzimpfung mit dem aktuell zugelassenen Impfstoff erwogen werden. Dabei ist zu beachten, dass eine Influenza-Schutzimpfung erst nach etwa zwei Wochen den vollen Schutz bietet.

 

Kann man Erkrankungen behandeln, die durch Vogel-Influenzaviren hervorgerufen wurden?

 

Alle Vogel-Influenzaviren sind Influenza A-Viren. Prinzipiell gibt es zwei Klassen von Medikamenten, die gegen Influenza A-Viren wirksam sind. Dazu gehören die so genannten Membranproteinhemmer, wie das AMANTADIN, und die so genannten Neuraminidasehemmer, wie das Oseltamivir (Arzneimittel TAMIFLU) und das Zanamivir. Laborversuche lassen vermuten, dass Influenzaviren vom Subtyp H5N1 gegen Amantadin primär resistent sind. Hinweise auf eine primäre Resistenz gegen die Neuraminidasehemmer Oseltamivir und Zanamivir liegen nicht vor. Reisenden in asiatische Länder wird derzeit nicht empfohlen, Neuraminidasehemmer mitzunehmen, es wird aber angeraten, sich von möglicherweise erkranktem Geflügel fernzuhalten.


Weiterführende Informationen

Influenza (Grippe) Informationsseite des Robert Koch Instituts
Europäische Influenza-Überwachung (EISS)
Weltweite Influenza-Überwachung der Weltgesundheitsorganisation -Flunet
WHO Grippe Informationsseite
PRE Med Mail - Internationale Gesellschaft für Infektionskrankheiten

Weiterführende Informationen:

Sofortmaßnahmen gegen die Seuche

 
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04.02.2012 - 11:21